Erfolg bedeutet Wachstum. Das gilt insbesondere auch für die TÜV NORD Gruppe, die mit inzwischen mehr als 8.000 Mitarbeitern eines der größten Unternehmen für technische Dienstleistungen in Deutschland ist.
Die Hamburger Geschäftsstelle des Unternehmens musste zur Erweiterung der Bürokapazitäten der Abteilung Kraftwerkstechnik zusätzliche Räumlichkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft anmieten. Fleischhauer als langjähriger IT-Service-Provider der TÜV NORD Gruppe wurde mit der Einbindung der „externen“ Arbeitsplätze in das Unternehmensnetzwerk beauftragt. Die Aufgabenstellung bestand darin, eine möglichst breitbandige, hochverfügbare, sichere und bei all dem auch kostengünstige Lösung zu realisieren.
Da sich die angemieteten Räumlichkeiten außerhalb des firmeneigenen Geländes befinden, schied die Anbindung über eine konventionelle Kabelverbindung als nicht realisierbar gleich zu Beginn der Überlegungen aus. Eine mögliche DSL- oder Standleitungsanbindung auf Mietbasis kam unter Langzeitbetrachtungen aus Kostengründen nicht in Frage, sodass sich die Planungen auf den Einsatz von (Richt-) Funktechnologien fokussierten. Die weitverbreitete Wireless-LANTechnik kam aus Gründen der Störanfälligkeit nicht näher in Betracht.
Schließlich haben sich die Fleischhauer Netzwerkdesigningenieure für eine optische Richtfunkübertragung, vielfach auch als optische Freiraumübertragung oder Free-Space-Optics bezeichnet, als bestmögliche Lösung unter den gegebenen Rahmenbedingungen entschieden.
Die Freiraumübertragung hat sich in den vergangenen Jahren als solide Technologie zur drahtlosen Überbrückung der letzten Meile sowohl im Endkunden-, als auch im Carrier- Markt etabliert. Neben der reinen Datenübertragung ist grundsätzlich auch eine kombinierte Sprach-/Daten-/ Bild-Übertragung über solche Systeme möglich. Benötigt wird lediglich eine Sichtverbindung zwischen den Sende- und Empfangsstellen, denn die Signalübertragung im infraroten Wellenlängenbereich geschieht in stark gebündelter und dennoch augensicherer Weise – Laserschutzklasse 1M – durch die Atmosphäre. Regulierungsbehördliche Genehmigungs- oder Frequenzzuteilungsverfahren sind nicht erforderlich und der Betrieb einer solchen Anlage ist in Deutschland, wie auch in nahezu allen anderen europäischen Ländern gebührenfrei. Die überbrückbare Entfernung kann je nach eingesetzter Hardware bis zu zwei Kilometern und die Bandbreite bis in den Gigabit-Bereich hinein reichen.
Dem Sicherheitsaspekt werden diese Systeme in sofern gerecht, als es aufgrund des extrem schmalen Abstrahlwinkels und des unsichtbaren, LaserLink Datenübertragungssystem „FlightLite 100“ infraroten Lichtstrahls praktisch unmöglich ist, eine solche Punkt-zu- Punkt-Verbindung aufwandsarm und unbemerkt abzuhören.
Zu Beeinträchtigungen der Übertragungsqualität und somit zur Reduzierung der Systemverfügbarkeit kann es verfahrensbedingt durch sehr dichten Nebel oder starken Schneefall mit Sichtweiten deutlich unter 30 Metern kommen. Da solche Wetterereignisse am Einsatzort nur äußerst selten eintreten, wurde dieses sehr geringe, verfügbarkeitsrelevante Restrisiko bewusst in Kauf genommen. Wer das nicht möchte, kann ein geeignetes Back-up-Verfahren in die Lösung integrieren. Am Ende aller Überlegungen entschieden sich die Fleischhauer-Ingenieure bei der Systemauswahl für ein System des US-Herstellers Light- Pointe mit einer Datenübertragungsrate von 100 MBit/s, Fast Ethernet im Vollduplex-Betrieb. Dieses wird nicht nur den technischen Anforderungen in vollem Umfang gerecht, sondern besticht darüber hinaus mit einem äußerst interessanten Preis- Leistungs-Verhältnis. Bei der gewählten Variante handelt es sich um eine Investition, die sich nach etwa zwei Jahren amortisiert haben wird.
Die TÜV NORD Gruppe ist mit der LAN-Anbindung mittels Free-Space- Optics sehr zufrieden: „Einmal mehr hat die Firma Fleischhauer genau dasjenige Konzept präsentiert und umgesetzt, das unseren Bedürfnissen sehr gut entspricht“, freut sich CIO Gunnar Thaden.