
Das Studentenwerk Hannover hatte für die Anbindung der Zimmer des Wohnhauses in der hannoverschen Ritter-Brüning-Straße an das Internet bislang eine WLAN-Lösung im Einsatz. Diese bot allerdings zu wenig Bandbreite und war darüber hinaus nicht ausfallsicher ausgelegt. Zur Erhöhung der Attraktivität des Wohnhauses sollte für die Studierenden eine schnellere Verbindung ins Internet durch mehr Bandbreite und eine höhere Verfügbarkeit geboten werden.
Das Studentenwerk ist für die »wirtschaftliche, gesundheitliche, soziale und kulturelle Förderung der Studierenden« zuständig, heißt es im Niedersächsischen Hochschulgesetz. Es arbeitet als öffentlich-rechtliche Institution mit rund 240 Beschäftigten nach den Grundsätzen der Gemeinnützigkeit und der Selbstverwaltung, an der selbstverständlich auch die Studierenden beteiligt sind. Zu rund 60 % werden die Aufgaben des Studentenwerks durch Umsatz- und Mieterlöse von Mensen, Cafeterien und Wohnhäusern finanziert.
Die Anforderungen des Studentenwerks Hannover
Die Zielsetzungen des Projektes lagen für das Studentenwerk Hannover in der Gewährleistung einer stabilen Verbindung in das Internet über die Fachhochschule Hannover sowie in einem schnelleren Internetzugang. Gleichzeitig spielte die Kostensituation eine entscheidende Rolle, da das Studentenwerk trotz höherer Verbindungsgeschwindigkeit und steigender Verfügbarkeit nicht die Wohnpreise für die Studierenden erhöhen wollte.

Die Herausforderung für Fleischhauer
Die Bandbreite der bestehenden Anbindung über WLAN war nicht mehr befriedigend und die Verfügbarkeit nicht zufriedenstellend. Aus diesem Grund musste eine Lösung gefunden werden, die zum einen nicht bestimmten Längenrestriktionen unterliegt und zum anderen die Budgetgrenze nicht überschreitet.
Die Umsetzung der Anforderungen
Zur Wahl standen kabelgebundene oder kabellose Lösungen. Aufgrund des begrenzten Budgetrahmens entschied sich das Studentenwerk für die kabellose Möglichkeit, u. a. wegen des geringeren Material- und Installationsaufwandes. Bei der kabellosen Technik werden zwei oder mehrere Standorte oder Gebäude mit einer hohen Verfügbarkeit und stabilen Verbindung miteinander vernetzt. Dies stellt eine qualitativ hochwertige Alternative zu einer kabelgebundenen Variante dar.

Derzeit existieren in dem Bereich der kabellosen Datenübertragung neben WLAN noch die Lasertechnik (zu teuer), der lizenzgebundene Richtfunk (zu teuer) und der lizenzfreie Richtfunk. Der lizenzfreie Richtfunk, auch Kurzstrecken-Richtfunk genannt, schafft den Spagat zwischen Kosten und Leistung, da es keiner eigens für diese Verbindung eingeholter Genehmigung der Bundesnetzagentur bedarf. Bei dieser Lösung wird ein Richtfunkterminal im 60-GHz-Unterband zur Übertragung von Fast Ethernet nach IEEE 802.3 genutzt und eine Übertragungsrate bis zu 100 MBit/s erreicht. Zusätzlich bietet sie den Vorteil, dass im Vergleich zum WLAN 5-GHz-Frequenzband keine regelmäßige Unterbrechung durch DFS (Dynamic Frequency Selection) / TPC (Transmission Power Control) zu erwarten ist. Dynamic Frequency Selection (DFS) ist ein Mechanismus, der von der europäischen Regulierungsbehörde für den Betrieb von WLAN-Geräten im 5-GHz-Frequenzbereich gefordert wird, und Transmission Power Control dient der Regelung der Sendeleistung.
Fazit
Das Studentenwerk Hannover ist mit der Lösung sehr zufrieden, da sie eine hohe Bandbreite, gute Verfügbarkeit und weniger Störungen bietet. Somit qualifiziert sich Richtfunk als eine gute Alternative zu einer kabelgebundenen Variante, wenn mehrere Gebäude oder Standorte in ein gemeinsames Netzwerk eingebunden werden müssen.